Botanomics

Dokumentarfilm über die Rolle von Ökosystemdienstleistungen in der Stadt

Regie, Narration
Dr. Alexandra R. Toland
Co-Regie
Johanna Ickert
Kamera
René Arnold, Eva Radünzel-Kitamura
Schnitt
Johanna Ickert
Länge
11 min
Produktion
LIBRA Film
Jahr
2019

Dieser Dokumentarfilm entstand in Zusammenarbeit mit Prof. Alexandra Toland von der Bauhaus Universität Weimar und thematisiert die Rolle von Ökosystemdienstleistungen (ESS), einem Schlüsselkonzept an der Schnittstelle von natur- und sozialwissenschaftlicher Umweltforschung. Ökosystemdienstleistungen sind „Nutzenstiftungen“ bzw. „Vorteile“ (engl. benefits), die Menschen von Ökosystemen beziehen. Der Film konzentriert sich vor allem auf zwei Dienstleistungen: 1) die Filtration von atmosphärischen Partikeln (Staub) durch Pflanzen und 2) die Phytosanierung von kontaminierten Böden durch Pflanzen. Dabei steht eine kritische Auseinandersetzung mit der anthropozentrischen Perspektive von ESS im Zentrum des Filmes.

Angelehnt an das Forschungsprojekt “The unbearable heaviness of dust”, das sich mit den Funktionen der Straßenflora und seiner Ästhetik mithilfe künstlerischer und wissenschaftlichen Methoden auseinandersetzt, geht es um reale Probleme der Schwermetallverunreinigung in Atmosphäre und Oberboden - die buchstäbliche "Schwere" von etwas so “Leichtem”, dass es kaum wahrnehmbar ist, bis es sich in der Lunge von Lebewesen niederlässt. Gleichzeitig unterstreicht das Projekt mit poetischen Zwischenrufen die Ironie und Eigenart des Lebens im Anthropozän: Wildblumen als Momente der Resilienz an scheinbar unbewohnbaren Orten, Artenallianzen in fragwürdigen wirtschaftlichen Rahmenbedingungen, das Streben nach Gesundheit in einer Welt der allgegenwärtigen Verschmutzung.

Screenings u.a. auf der Ars Electronica 2019, im Naturkundemuseum Berlin und bei verschiedenen Konferenzen